Bilder und Poesie 1
Ein großer heller Raum
Ein großer heller Raum
Darin bewegt sich mein Traumkörper
badet in Muschelwasser
trocknet sich in der Wärme
vieler Sonnen
tritt durch Nebelwände
ein und aus
fährt abwärts auf dem inneren Fluss
berührt die Vegetation an den Ufern
mit mondgroßen Handflächen
viele Sternentücher um sich geschlungen
silbernes Blut ernährt den Leib
Abgerissenes wächst wieder zusammen








Schlange
Im Schlaf liegst du um meinem Hals
du häutest dich auf meiner Brust
unser Gespräch ist wortlos
und endet nie
Postkarten


Mother INDIA
Hier spricht Durga durch Shivas Dreizack
meine Löwin leuchtet
und meine Stimme
dringt tief hinein in dein Herz.
Hier ist INDIA.
Ich singe dir unser Lied
ich bin deine nie gekannte Heimat.


Töne des Morgens
Mein Körper wollte die Nacht
wollte die Sonne
den Mann
und die Frau
Mein Körper wollte eine Blüte
unter Blüten sein
eine Frucht unter Früchten
allen Geliebten gehören
und darin sich selbst
den Tönen des Morgens
dem Wasser
dem Wind




Atemlos
erahnen wir unsere Begegnung
unsere Worte waren
spielende Kinder
Rehe suchend
am Waldrand
Tätowierungen auf der Seele
eigenhändig enthüllt
schüchtern
dann im wilden Lauf
hinunter in die Schlafhöhle
dann wieder nackt
auf der taubelegten Wiese







Drachenfrau
Ich bin
die Drachenfrau des alten Mondes
Diebin des Meeres, des Windes und
der Sterne




Jetzt
Du blickst in das Auge der Schlange
nimmst die Zeit aus den gereichten Kelchen
sie fließen über
und füllen sich doch immer wieder neu
bis zum Rand
Jetzt
verneige dich leicht
die Hände zur Erde zur Luft zum Wasser
treibe im Meer des Lebens








Auf Reisen
Schleier ziehen zwischen die Inseln
die Ebbe legt die Steine frei
ein Mädchen singt



Heute
ging ich durch einen Dom aus farbigen Blättern
der sich über meinem Herzen wölbte
ein heftiges Erglühen im kürzer werdenden Licht








Königin der Schwerter
dein Gesicht hell und offenliegend
deine Gedanken
deine Gefühle
deine Handlungen
machtvoll
durchdringend
hochaufgerichtet
Grenzen werden durchsichtig
schon erkennst du die neuen Träume
Schwerter tänzeln
blitzende Klingen
die Spannung fließt
in einem Punkt zusammen
Female energy





















Sandzeiten
Du kannst deine Maske wechseln
den Staub der Straße
in vielerlei Schuhwerk betreten.
Die Farben deines Körpers
spiegeln die Schatten der Wolken
und deine Lippen werden
schmal oder voll wie der Mond.
Ach, schmink dich zart
denn es ist hochzeitlicher Tanz.
Ach, schwarz dein Gesicht
denn deine Mutter starb zu früh.
Was bleibt?
unter den Julibäumen deine Tanzfüße
im Sand.
Auszüge u.a. aus:


