Bilder und Poesie 2


Schwarze Schwäne
Vielleicht gibt es morgen
Schwäne, schwarze
in der Luft
und sie streichen über
die Dächer
und fallen tief
hinein ins Land –
Vielleicht sind es heute
meine Augen
die sehen tiefer
in die Zeiten
die zerreißen

Struppiges Tier
Begleitet mich
auf meinen Gängen
ein kleines struppiges Tier
bleibt dicht
ohne näherzukommen
verbeißt sich manchmal
in mein Kleid
springt vor mir
in die Tiefe

Frühlingsblüten
So kann ich nicht mehr weiterleben
aber wie kann ich das, was du bist
in mir entdecken?
So kann ich nicht mehr sprechen
die Worte wehen in viele Richtungen
niemand hört die Melodie
So kann ich nicht mehr schweigen
aus meinen Lippen fielen Frühlingsblüten
du hast sie mit in die Dämmerung genommen
jetzt ist nur noch Duft


Du, wie ein Sommer
Du, wie ein Sommer,
mach die Schatten scharf
die Boten der Nacht
Du, wie der Wind
mach die Nächte leicht
die Zeichen des Morgens
Du, wie mein Herz
lass mich den Sommer fühlen
das Licht

Die Nacht
streckt sich
sie dehnt ihre Glieder
bis in mein Blut –
mit ihrem Wolkenfächer
streicht sie über die
schlaflose Stadt

Inanna zu ihrem Dämonensohn
du hast dich in die Wildnis deiner Seele begeben
wo die Leidenschaften blühen
und die violetten Kapseln platzen
Giftpilze und Schimmelkraut
wuchernde Holunderwunden
Zeitränder
Brennesselwände
rot schmelzender Mohn
ewige Regennebel unter dem
aufschäumenden Vulkan

Aus meinem Leben
Die vielen fehlgeschlagenen Versuche
aus meinem Leben einen Stern zu machen
hell, strahlend und warm

Entdeckung
Welches Wort
gab welchen Ton
und wann
vor allen Dingen
lief es schon
das neue Lied
Es wehte rein
und blieb hängen
an deinen Haaren
und nistet
in den Falten deiner Hand
Die Melodie
noch unbenannt

Lilith zu ihrer Menschentochter
Gib mir dein Schweigen
ich pflanze es in diese verletzte Zeit
es wird Früchte tragen
aus Eisbeeren und Wundblatt


Die vertriebene Lilith
Gefiederte
Wegelagerin
Mondgesichtige
Sonnengefleckte
Brust und Hüften zur Welt gekehrt
In Krallenschuhen spielend
erschrecken die Menschen
über den kreisenden Schatten
wie sie mit dem Wind steigt
und fäll


Lilith bei ihrem Menschenmann
Hände wie große Blätter
Deine Küsse sind zuckende Blüten
in meinem taubenfarbenem Licht
die Zeit ist hell und klirrend
bemalt mit Worten und Bildern
und langsam zerstäubt mir mein letztes Leben
und setzt sich zwischen die Ritzen
des Vergessens
und ich will es nicht lassen
Lilith zu Adam
Ah, in welcher Zeit verhungerte ich an deinem Reichtum?
Jetzt bin ich der Apfel, den du mir verweigertest.



Lass die Nacht herein
Lass die Nacht herein
der Wind haust in den Bäumen
fahl das Mondlicht
auf den welkenden Blättern
Horch, das Tier schreit
in der Ferne
nach dir





Der Abend
Ich sah ihm zu, dem Abend
wie er kam
sich mit den Vögeln zurief
und über die Dächer glitt – Schindel für Schindel.




Komm zu mir
Komm zu mir
kleiner Vogel
schmiege dich in mein Halsnest
zwitscher mir schlaftrunken
ins Herz
wir schenken uns
den Meeressand unserer Reisen
die bitteren Blütenwolken
einer durchbohrten Zeit


Wenn du jetzt gehst
Wenn du jetzt gehst
stehst du noch lange im Raum
hätte ich gern
in deinen Sternstabsaugen
immer ein paar Wünsche frei
Meso




Mittsommer
Du bist mir tief ins Gefühl gefahren
und ich bin in deinen Brunnen gefallen
darin begegnete ich
glühenden Eidechsen und
verwachsenen Zwergen im Moos
Welche Uhr schlug uns zu gleicher Stunde?
kurz wechselten die Zeiger
Wir lebten in einem großen Garten
darin verdeckten die Palmenarme
die Sonne und strahlten
ihr eigenes Licht
Ach, wenn doch ein Tiger
seinen Leib streckte!

Sonne lebt
Sonne lebt im Feuer
verzehrt das gewachsene Holz
Asche bläst der Wind ins Meer
Wo mein Schiff segelt
ist Freiheit und
farbiges Licht










Flussfee
nachts
nah am Meer
durch ein verdorrtes Flussbett im Fels
stoßen die Füße steineweiß
und leise glühendes Lachen
erwacht die Flussfee






Der Garten
Wo Land und Meer zusammenstoßen
duftet der Garten
umarmen mich silbrige Ölbaumfrauen
mit ihren Weinlaubfingern
gleiten sie über
mein dürres Gesicht
aus dem Brunnenspiegel steigen
Schildkrötentänzer
fiebernde Mücken
lachen glucksend
spielen sich Zitronensterne zu
träumend, voll Schuld
sehe ich den Garten verloren
die Erde ohne den schützenden Klatschmohn
Fledermäuse segeln durch meine brennende Hand
hochfahrender Griff nach dem Herz
rauscht die alte Palme noch?




Ich arbeite neben Coaching und Supervision zunehmend mehr auf verschiedenen künstlerischen Ebenen. Unterschiedliche Malorte und Gruppenkonstellationen inspirieren und fordern mich heraus. Geschichten und Gedichte entstehen, verbinden sich mit einzelnen Bildern und Fotos zu Collagen, Serien, Zufallsglück. Ich richte Zeremonien aus: Hochzeiten, Willkommensfeste für Neugeborene, Jahreszeitenfeste, Schwitzhütten, Rituale zu wichtigen Übergängen : Trennung, Neubeginn, Pubertät, Wexeljahre. Wenn es mir gelingt, festliche Anlässe visuell, musikalisch auf meinem Klavier und kommunikativ so auszurichten, dass unter den Teilnehmenden ein Flow entsteht, die Funken fliegen, Leidenschaften sichtbar und hörbar werden, sowie Neugier, Gelächter und Mut zur Selbstpräsentation – dann entstehen in mir nach einer hoch konzentrierten Schaffensphase Momente der Glückseligkeit und tiefe Ruhe.






Schwarze Milch der Nacht
Suche die schwarze Milch der Nacht
jene Stimmen, die zu dir sprechen,
die zu dir schweigen –
halte dich auf den Schwingen der Klänge
so fremd und fast unhörbar
sie dir erscheinen mögen
lass dich hinübertragen –
sieh mit deinem verborgenen Auge
sieh und sprich die Wörter der Zeit
und was sei dir die Zeit?
als geronnenes und wieder flüssig
werdendes Blut


Gemeinsam mit den Kindern in meinem Leben begeben wir uns auf Entdeckungsreisen. Mein Atelier ist für sie frei zugänglich. Sie kennen sich aus mit den Materialien, Farben, Stifte, ob etwas teuer ist , welcher Pinsel passt und wo die Kalender für die Collagen gestapelt sind. Wir malen auf alles, was Farbe annimmt: Pappen, Stoffe, Einwickelpapier, Holzstücke, Ton….und dazu wird oft gesungen und getanzt und die Trommel geschlagen. Geburtstage, auch die von Zwergen und Feen werden gefeiert mit Girlanden, liebevoll ausgesprochenen Wünschen, ausgewählten kleinen Geschenken aus der Natur und köstlichen Leckereien.







Wir feiern auch draußen im Wald und auf meinem Apfelland.




Was gilt?
Mitgefühl und die eigene Schaffenskraft den traumatischen Ereignissen in der Welt entgegen setzen. Stille, Natur und Schönheit in mich aufnehmen. Trost und Ekstase in Farbigkeit und Melodien erfühlen. Gemeinsam und allein das Entstandene feiern – das lässt meine Zufriedenheit, meine Zuversicht und meine Kreativität immer wieder neu entstehen, wachsen und Einfluss nehmen.
Künstlerin sein bedeutet für mich immer wieder aufs Neue:
Lebensfreude ein- und ausatmen.
Milchstern
Heute war die Sonne
Ein Milchstern
Ich lag endlich geborgen
In den Armen der
Träumerin
Ein Pferd hat sich aufgebäumt
Eine Schlange hat sich gekrümmt
Aus dem Schornstein ist viel
Rauch gequollen
